Interview mit Till Hausotter (TSV Steinbach Haiger)
27.08.2026

Credit: Björn Franz Photography
Steinbach Haigers Till Hausotter: "Bei mir kribbelt es jeden Tag"
Nach Stationen im Nachwuchsbereich beim TSV Vellmar, KSV Hessen Kassel, SC Freiburg, Bahlinger SC und beim SC Preußen Münster, bei dem ihm auch der Sprung in den Seniorenbereich gelang, ist Angreifer Till Hausotter seit Saisonbeginn für den TSV Steinbach Haiger und damit erstmals in der Regionalliga Südwest am Ball.
Gleich bei seiner Punktspielpremiere für die Hessen gelang dem 21-Jährigen zum Saisonauftakt beim SV Sandhausen (2:2) ein Treffer. Im Topspiel der Woche vom 4. Spieltag trifft der TSV Steinbach Haiger am Samstag, 14 Uhr, vor eigenem Publikum auf Hausotters Heimatverein KSV Hessen Kassel.
Im Interview der Woche spricht Till Hausotter über seinen perfekten Einstand, seine verletzungsbedingte Pause und dem Traum vom Profifußball.
Hallo Till! Am Samstag steht die Partie gegen Deinen früheren Verein KSV Hessen Kassel an. Wie hart ist es für Dich, dass Du zuschauen musst?
Till Hausotter: Für mich persönlich ist es extrem ärgerlich. Nicht nur, weil es gegen Kassel geht, sondern weil ich es grundsätzlich kaum abwarten kann, endlich wieder auf dem Fußballplatz zu stehen.
Auch wenn Du selbst nicht mithelfen kannst: Worauf wird es ankommen, um möglichst mit dem TSV den ersten Dreier einzufahren?
Hausotter: Wir müssen die Chancen, die wir uns erarbeiten, besser nutzen und uns für den Aufwand belohnen. Wenn wir es schaffen, unseren Matchplan durchzubringen, können wir jedem Gegner in dieser Liga das Leben schwermachen.
Bei Deiner Regionalliga-Premiere ist Dir im Spiel beim SV Sandhausen gleich ein Treffer gelungen. Wie hast Du Dich nach dem 2:2 gefühlt?
Hausotter: Es war ein überragendes Erlebnis. Ich war mit meiner Leistung zufrieden und sehr froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Leider haben wir tief in der Nachspielzeit noch den Gegentreffer zum 2:2 Endstand kassiert. Sonst wäre es noch besser gewesen.
Die beiden folgenden Partien hast Du wegen eines Muskelfaserrisses im vorderen Oberschenkel verpasst. Wie gehst Du mit der Zwangspause um?
Hausotter: Bei mir kribbelt es jeden Tag, wenn ich meinen Teamkollegen beim Training zuschaue. Machtlos auf der Tribüne zu sitzen, fühlt sich schlimm an.
Wann wirst Du wieder bei 100 Prozent sein?
Hausotter: Aktuell befinde ich mich in der Aufbauphase, verspüre keinerlei Schmerzen. Ich hoffe sehr, dass ich bald ins Mannschaftstraining zurückkehren kann.
Du bist seit Deinem Wechsel vom SC Preußen Münster II erstmals in der Regionalliga Südwest am Ball. Wie groß sind die Unterschiede zwischen Oberliga- und Regionalligafußball?
Hausotter: Das Tempo in der Regionalliga ist wesentlich höher. Die Gegenspieler sind aufgrund ihrer Erfahrung abgezockter. Insgesamt ist eine höhere Handlungsschnelligkeit gefragt, um zu Torchancen zu kommen. Das gesamte Umfeld ist professioneller und darüber hinaus sind viel mehr Fans in den Stadien. In Münster durfte ich unter dem damaligen Cheftrainer Alexander Ende mehrfach bei den Profis mittrainieren, konnte mich dadurch schnell an das gestiegene Niveau gewöhnen.
Warum ist Dir beim SC Preußen Münster der Sprung in den Profikader verwehrt geblieben?
Hausotter: Genau in der Phase, als bei den Profis einige Stürmer verletzungsbedingt ausgefallen waren, hatte es leider auch mich erwischt. In der Hinrunde musste ich mit Knieproblemen einige Wochen pausieren, so dass andere Spieler aus der U23 ihre Chance bekommen hatten. Das war schade, ist aber abgehakt. Ich schaue nach vorne.
Was hat Dich vom Wechsel zum TSV Steinbach Haiger überzeugt?
Hausotter: Um den nächsten Schritt in meiner Entwicklung zu machen, muss ich auf ein höheres Level kommen. Die Gespräche mit dem Sportlichen Leiter Joseph Laumann und Trainer Hüsni Tahiri haben mich überzeugt. Der TSV Steinbach Haiger ist ein ambitionierter Regionalligist, der in der letzten Saison mit 78 Treffern die zweitmeisten Tore hinter Meister SG Sonnenhof Großaspach erzielt hat. Die offensive Spielweise passt zu mir.
Wie schätzt Du das Leistungsniveau in der Regionalliga Südwest ein?
Hausotter: Es ist definitiv eine sehr starke Liga, die auch ausgeglichen besetzt ist. Die Leistungsdichte ist extrem hoch. Jeder kann jeden schlagen, was es besonders interessant macht.
Mit welcher Zielsetzung bist Du zum TSV gewechselt?
Hausotter: Zunächst möchte ich so viele Spiele wie möglich machen und mich schnell an das neue Niveau anpassen. Dazu möchte ich mich Schritt für Schritt verbessern, um weiter voranzukommen. Generell habe ich den Traum vom Profifußball noch nicht aufgegeben.
Nach drei Spieltagen stehen drei Unentschieden zu Buche. Worauf wird es ankommen, um den ersten Dreier zu landen?
Hausotter: Die Chancen waren schon da, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Es fehlten jedoch die nötige Konsequenz und Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor. Daran arbeiten wir hart. Wenn wir den letzten Funken Überzeugung noch draufpacken, dann bin ich guter Dinge.
Autor: Peter Haidinger/MSPW
