Interview mit Nick Rothweiler (KSV Hessen Kassel)

11.09.2026

Credit: IMAGO / Hartenfelser

KSV-Mittelfeldspieler Rothweiler: "Fans den dritten Heimsieg schenken"

Nach den Stationen bei seinen Ausbildungsvereinen SC Pfullendorf und 1. FC Heidenheim kickt Mittelfeldspieler Nick Rothweiler in dieser Saison erstmals in der Regionalliga Südwest. Bei seiner Punktspielpremiere im KSV-Trikot gegen Eintracht Frankfurt II (3:0) trug sich der 20-Jährige bei seinem Startelfdebüt gleich in die Torschützenliste ein. Insgesamt kam er in fünf von sechs Saisonspielen zum Einsatz.

Zum Abschluss der Englischen Woche steht für den KSV Hessen jetzt am Freitag ab 19 Uhr im Rahmen des 7. Spieltages das Topspiel der Woche gegen den noch unbesiegten Tabellenführer Kickers Offenbach auf dem Programm. Im Interview der Woche spricht Nick Rothweiler, der für eine Saison vom 1. FC Heidenheim ausgeliehen ist, über seinen perfekten Einstand, seine neue Rolle beim KSV Hessen Kassel und die Saisonziele.

Hallo Nick! Für den KSV Hessen Kassel steht am Freitag das Heimspiel gegen Ligaprimus Kickers Offenbach an. Mit welchen Erwartungen gehst Du in die Partie?

Rothweiler: Kickers Offenbach ist nicht von ungefähr Tabellenführer uns hat sich in einen Flow gespielt. Wir wollen den guten Lauf des OFC im Hessen-Derby brechen und unsere eigene Positivserie starten. Wenn wir unsere Qualität auf dem Platz bekommen, bin ich guter Dinge.

Der OFC, der in der zurückliegenden Saison noch lange um den Klassenverbleib bangen musste, ist bislang noch unbesiegt. Wie sehr überrascht Dich das?

Rothweiler: Die Regionalliga Südwest ist vom Leistungsniveau sehr ausgeglichen. Es kann jeder jeden schlagen. Der OFC hat eine gute Mannschaft. Aber wir werden alles geben, damit am Freitagabend die Punkte in Kassel bleiben.

Worauf wird es gegen den OFC vor allem ankommen?

Rothweiler: Wir sind spielerisch sehr stark. Aber bei unserer 0:2-Niederlage in Frankfurt hatte die Griffigkeit in den Zweikämpfen gefehlt. Wenn wir das auf dem Platz bekommen, wird es für jeden Gegner schwierig, uns zu besiegen. Auch gegen den OFC werden wir unsere Chancen bekommen. Wichtig ist, dass wir möglichst keinen Gegentreffer kassieren.

Sechs Punkte habt Ihr bislang zu Hause geholt. Wie müsst Ihr auftreten, damit gegen den Tabellenführer ein dritter Sieg hinzukommt?

Rothweiler: Im eigenen Stadion können wir mit viel Selbstvertrauen und breiter Brust auftreten. Wir müssen uns nicht verstecken, wollen unseren Fans möglichst den dritten Heimsieg schenken.

Nach zwei Startelf-Einsätzen zu Saisonbeginn wurdest Du zuletzt im Spiel beim FSV Frankfurt erneut eingewechselt. Wie zufrieden bist Du mit Deinen Einsatzzeiten?

Rothweiler: In der letzten Saison hatte ich nicht eine Minute für den 1. FC Heidenheim gespielt. Von daher bin ich mit der aktuellen Situation zufrieden. Ich bekomme Spielpraxis. Jede Minute, in der ich auf dem Platz stehe, tut mir gut. Ich hänge mich voll rein und will der Mannschaft helfen, auch wenn ich mal nicht in der Startelf stehe.

Ausgebildet wurdest Du in Pfullendorf und später beim 1. FC Heidenheim. Wie sind Deine Erfahrungen mit dem langjährigen FCH-Trainer Frank Schmidt?

Rothweiler: Frank Schmidt hat mich in Heidenheim zum Profi gemacht, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Als A-Jugendlicher durfte ich mich bereits im Trainingslager der Profis zeigen. Ich stand in den Partien beim Hamburger SV, beim VfB Stuttgart und zu Hause gegen den FC Augsburg jeweils im Bundesliga-Kader, wurde aber nicht eingesetzt. Im Training konnte ich unglaublich viel lernen und mitnehmen, bin menschlich und fußballerisch gewachsen.

Was hat Dich von einem Wechsel nach Kassel überzeugt und mit welcher Zielsetzung bist Du zum KSV gekommen?

Rothweiler: Ich bin jung und benötige Wettkampfpraxis, um mich zu entwickeln. Die Gespräche mit Sportdirektor Tobias Damm und Trainer René Klingbeil haben mich überzeugt. Ich musste wirklich nicht lange überlegen, habe sofort zugesagt.

Zurück zur aktuellen Situation: Wie bewertest Du die bisherige Ausbeute von sechs Zähler aus sechs Spielen?

Rothweiler: Wir haben uns tatsächlich mehr Punkte erhofft, so ehrlich müssen wir sein. In den 50:50-Spielen ist es uns mehrfach nicht gelungen, die Überlegenheit in Tore umzumünzen. Beim FSV Frankfurt oder daheim gegen SV Eintracht-Trier war beispielsweise wesentlich mehr drin. Uns fehlte ein wenig das Matchglück. Wenn man dann auch noch in Rückstand gerät, wird es schwierig. Wir stehen aber erst am Anfang der Saison, die Tabelle hat für mich noch keine richtige Aussagekraft.

In welchen Bereichen müsst Ihr Euch noch dringend steigern?

Rothweiler: Wir haben in jedem Spiel unsere Möglichkeiten. Unsere Chancenverwertung ist jedoch ausbaufähig. In den Phasen, in denen wir überlegen sind, dürfen wir nicht in Rückstand geraten. Daran müssen wir weiter hart arbeiten.

Mit 20 Jahren stehst Du erst am Anfang Deiner Fußballer-Karriere. Wie wichtig sind die Erfahrungen, die Du in der Regionalliga Südwest sammeln kannst?

Rothweiler: Im Herrenbereich wird ein ganz anderer Fußball gespielt, da muss man sich als junger Spieler durchbeißen. Die Zweikämpfe sind viel härter, das Spiel schneller und die Spieler clever und abgezockter. Jede Minute, in der ich auf dem Platz stehe, ist für meine Entwicklung wichtig.

Wie bewertest Du insgesamt die Spielstärke in der Regionalliga Südwest?

Rothweiler: Die Regionalliga Südwest ist in dieser Saison sehr gut aufgestellt. In jeder Partie wird einem alles abverlangt. Wir wollen möglichst jedem Gegner unseren Matchplan aufdrücken, das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Autor: Peter Haidinger/MSPW