Regionalliga Südwest: Interview mit Maximilian Wolfram (Kickers Offenbach)
13.08.2026

Credit: Hagel
OFC-Offensivspieler Maximilian Wolfram: "Immer 100 Prozent geben"
Nach verschiedenen Stationen in der 3. Liga (FC Carl Zeiss Jena, FC Ingolstadt 04, FSV Zwickau, SC Verl und zuletzt TSV 1860 München) kickt Offensivspieler Maximilian Wolfram erstmals in der Regionalliga Südwest. Gleich bei seiner Punktspielpremiere im Trikot von Kickers Offenbach markierte der 29-Jährige zum Saisonauftakt den 2:1-Siegtreffer gegen den FC-Astoria Walldorf. Am 2. Spieltag steht für den OFC am Freitag ab 19 Uhr das Topspiel der Woche beim SSV Ulm 1846 Fußball auf dem Programm.
Im Interview der Woche spricht Maximilian Wolfram über seinen perfekten Einstand am Bieberer Berg, die langjährige Zusammenarbeit mit Trainer Mark Zimmermann und seine Rolle bei den Kickers.
Hallo Max! Gleich im ersten Pflichtspiel hast Du den OFC spät zum Sieg geschossen. Das war ein Einstand nach Maß, oder?
Wolfram: Es hätte in der Tat schlechter laufen können. (lacht) Es war ein perfekter Samstag.
Wie hast Du Deinen ersten Treffer am Bieberer Berg erlebt?
Wolfram: Es fing schon mit einer Super-Choreo unserer Fans an, die uns auch über 90 Minuten hervorragend unterstützt haben. Mein spätes Siegtor war dann der optimale Abschluss eines rundum gelungenen Tages.
Du warst seit Sommer 2017 bis auf eine Saison immer in der 3. Liga am Ball. Was hat Dich vom Wechsel nach Offenbach überzeugt?
Wolfram: Ich habe den OFC schon immer als großen Traditionsklub mit zahlreichen Fans wahrgenommen. Daher hat mich der Verein schon sehr interessiert. Hinzu kommt, dass ich den Trainer schon sehr lange kenne. Er wollte mich unbedingt und hat mir einen Weg aufgezeigt, wie wir den Verein nach vorne bringen können. Nun ist es mein Ziel, meine in der 3. Liga gezeigten Leistungen auch in der Regionalliga abzurufen und meinen Teil zum Erfolg des Teams beizutragen.
Du hast es angesprochen: Mit Trainer Mark Zimmermann hast Du bereits viele Jahre beim FC Carl Zeiss Jena zusammengearbeitet. Besteht eine besondere Verbindung?
Wolfram: Wir haben zusammen auf jeden Fall schon einiges erlebt, allen voran den damaligen Aufstieg in die 3. Liga. So etwas behält man immer positiv im Kopf. Ich weiß, was er von mir erwartet, und er weiß, was er bei mir bekommt.
Statt wie in der Vergangenheit meistens auf den Flügeln spielst Du beim OFC nun auf einer zentraleren Position im Mittelfeld. Wie findest Du Deine Rolle?
Wolfram: Ich habe während der Vorbereitung auf verschiedenen Positionen gespielt, teilweise auch ganz vorne, auf der Zehnerposition oder auf der Außenbahn. Gegen Walldorf war die Rolle in der Tat ein wenig defensiver. Ob das allerdings nun in Stein gemeißelt ist, weiß ich nicht. Grundsätzlich bin ich ein sehr variabler Spieler, fühle mich auf verschiedenen Positionen wohl. Die Hauptsache ist, dass ich überhaupt auf dem Platz stehe.
Siehst Du Dich mit Deiner Erfahrung direkt als Führungsspieler im Team?
Wolfram: Ja, definitiv. Wir haben insgesamt ein junges Team. Da sehe ich es auch als meine Aufgabe an, voranzugehen und den jüngeren Spielern Hilfestellung zu geben, wenn es erforderlich sein sollte.
Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums fanden während der Vorbereitung unter anderem Testspiele gegen die Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und den VfB Stuttgart statt. Wie hast Du die Duelle erlebt?
Wolfram: Es war schon eine etwas andere Vorbereitung, wenn man innerhalb einer Woche gegen zwei Europapokal-Teilnehmer und dann zum Abschluss auch noch gegen den Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln antritt. Nachdem wir gegen Leverkusen ein sehr ordentliches Spiel abgeliefert hatten, waren wir gegen den VfB ziemlich platt, was sich dann auch im Ergebnis widergespiegelt hat. Am Ende der Woche sind wir dann endgültig auf dem Zahnfleisch gegangen. Das erste Ligaspiel gegen Walldorf hat dann aber gezeigt, dass uns das nicht geschadet hat. Im Gegenteil! Wir sind läuferisch und körperlich voll auf der Höhe.
Die zurückliegende Saison verlief mit Platz 14 enttäuschend. Wie nimmst Du die Stimmung rund um den Verein wahr?
Wolfram: Es ist für mich als Neuzugang nicht ganz einfach, diese Frage zu beantworten. Klar ist, dass ein solches Seuchenjahr nicht spurlos an den Leuten vorbeigeht. Umso mehr ist es unsere Aufgabe, die Fans durch gute Leistungen zurückzugewinnen und die letzte Saison möglich schnell vergessen zu lassen. Bisher nehme ich die Stimmung sehr positiv wahr.
Worauf wird es ankommen, um eine deutlich erfolgreichere Spielzeit hinzulegen?
Wolfram: Wir müssen Spiel für Spiel vor allem zuerst die Basics auf den Platz bringen und über 90 Minuten fighten. Das ist die Basis für guten Fußball und wird dann auch von den Fans honoriert.
Was wäre aus Deiner Sicht schon ein Erfolg?
Wolfram: Wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass wir in jedem Spiel 100 Prozent gegeben und immer versucht haben, das Beste herauszuholen. Zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Platzierung zu nennen, verbietet sich nach der Vorsaison von selbst.
Im ersten Auswärtsspiel geht es am Freitag zum SSV Ulm 1846 Fußball, den Du aus der 3. Liga kennst. Wie ist Dein Eindruck vom Gegner, der sein Auftaktspiel bei den Stuttgarter Kickers verloren hat?
Wolfram: Man muss dabei auf jeden Fall berücksichtigen, dass Ulm bei eigener Führung eine Gelb-Rote Karte hinnehmen musste, die das Spiel dann mehr oder weniger mitentschieden hat. Der Verein verfügt aus meiner Sicht über einen starken Kader, hat trotz des Abstiegs einige Spieler aus der 3. Liga geholt. Das Team muss jetzt in der Regionalliga erst einmal ankommen. Ich weiß aber, dass der SSV zu Hause eine enorme Wucht entwickeln kann.
Was wird wichtig sein, um im Donaustadion zu bestehen?
Wolfram: Wie schon gesagt: Wir müssen alles reinwerfen und in den Zweikämpfen zu 100 Prozent präsent sein. Dann kann es ein cooles und sehr spannendes Spiel werden.
Autor: Ralf Debat/MSPW
