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30.04.2026
Interview mit Luca Molinari (SG Sonnenhof Großaspach)
Großaspachs Luca Molinari: Doppel-Aufstieg für Familie drin
Drei Spieltage vor dem Saisonende in der Regionalliga Südwest steht Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft und damit auch der Rückkehr in die 3. Liga. Erstmals würde damit ein Aufsteiger in der Südwest-Staffel den direkten Durchmarsch schaffen. Am Samstag ab 14 Uhr empfängt die zweite Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 im Rahmen des 32. Spieltages den Ligaprimus, der nur noch einen Punkt benötigt, um auch rechnerisch alles klarzumachen.
Beim selbsternannten "Dorfklub" aus Großaspach wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Abwehrspieler Luca Molinari wieder in der Startelf stehen. Der 23-jährige hat in dieser Spielzeit lediglich drei Spiele verpasst. Im Interview der Woche spricht Molinari, der im zurückliegenden Jahr seine Ausbildung zum Sozialversicherungs-Angestellten abgeschlossen hat, auch über einen möglichen Doppel-Aufstieg in der eigenen Familie.
Hallo Luca! Nach dem 2:0-Auswärtssieg beim Bahlinger SC hat die SG Sonnenhof Großaspach den Aufstieg in die 3. Liga fast schon sicher. Wie fielen die Feierlichkeiten nach der Partie aus?
Luca Molinari: Durch den Sieg in Bahlingen benötigen wir nur noch einen Schritt, um die Meisterschaft perfekt zu machen. Wir haben uns natürlich gefreut, aber die Feierlichkeiten hielten sich in der Kabine bei einer Kiste Kaltgetränke in Grenzen. (lacht)
Am Samstag könntet Ihr im Spiel beim 1. FSV Mainz 05 II den Aufstieg endgültig klarmachen. Wie ist Dein Eindruck vom Gegner?
Molinari: Ich kann mich noch sehr gut an das 2:2 im Hinspiel erinnern. Mit dem früheren Bundesligaprofi Yunus Malli haben die Mainzer einen erfahrenen Spieler in ihren Reihen. Uns erwartet ein sehr schwieriges Auswärtsspiel. Die Mainzer haben am letzten Spieltag beim Tabellenzweiten SGV Freiberg Fußball 2:1 gewonnen. Wir sind also gewarnt.
Wie müsst Ihr auftreten, um auch in Mainz zu bestehen?
Molinari: Wir dürfen nicht nachlassen und müssen genauso fokussiert in die Partie gehen wie in den Spielen davor. Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen und unser Spiel auch in Mainz durchdrücken.
Aus den letzten fünf Begegnungen habt Ihr die maximale Punktzahl geholt. Wie erklärst Du Dir diesen guten Lauf?
Molinari: Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist super. Wir verstehen uns untereinander sehr gut. Außerdem bestreiten wir jede Partie mit maximaler Intensität, haben mit Maximilian Reule einen überragenden Torhüter und mit Torjäger Fabian Eisele einen eiskalten Vollstrecker.
Der SGV Freiberg Fußball war lange Zeit Tabellenführer und Ihr wart in der Rolle des Jägers. Ab welchem Moment war Dir klar, dass Ihr die Meisterschaft holt?
Molinari: Als Aufsteiger sind wir mit dem Ziel in die Saison gestartet, den Klassenverbleib zu schaffen. Als dieses Etappenziel erreicht war und unser ärgster Konkurrent etwas geschwächelt hatte, waren wir im direkten Duell mit Freiberg zur Stelle, haben die Partie souverän 4:0 gewonnen. Danach konnte es nur noch ein Ziel geben.
Du bist im Sommer vom 1. FC Normannia Gmünd zur SG Sonnenhof gewechselt. Wie beurteilst Du Deine Entwicklung unter Cheftrainer Pascal Reinhardt?
Molinari: Am Anfang war es nicht leicht für mich, weil die Mannschaft eingespielt war und mit der Meisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg, dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest und dem Gewinn des Verbandspokals bereits einige Erfolge gefeiert hatte. Das Team und der Trainer haben mich aber permanent unterstützt und mir meinen Einstieg leichtgemacht.
Wie schwer war die Umstellung von Oberliga- auf Regionalliga-Fußball?
Molinari: Das Tempo in der Regionalliga ist brutal hoch und nicht mit der Oberliga zu vergleichen. Mit und gegen den Ball ist eine schnellere Handlungsfähigkeit gefordert.
Auch Dein Vater Beniamino kann an diesem Wochenende als Trainer mit dem VfR Aalen von der Oberliga Baden-Württemberg in die Regionalliga Südwest aufsteigen. Wird es im Hause Molinari eine große Fußballfeier geben?
Molinari: Ich komme aus einer total verrückten Fußballer-Familie. Mein jüngerer Bruder Nico spielt noch für Normannia Gmünd und hat bereits für die nächste Saison einen Vertrag bei den Stuttgarter Kickers unterschrieben. Wenn wir am Wochenende zu Hause am Tisch sitzen, dann erzählt erst mein Vater von seinem Spiel, danach kommt mein Bruder und ganz zum Schluss bin ich dran. (lacht) Sollten mein Vater und ich tatsächlich am Wochenende aufsteigen, dann wird es ein großes Fest bei den Großeltern im Garten geben.
Wie sehr hat Dein Vater, der ebenfalls viele Jahre Spieler bei Normannia Gmünd war und als Trainer auch schon im Profibereich gearbeitet hatte, Deine Fußballerlaufbahn geprägt?
Molinari: Mein Vater ist mit mir immer sehr ehrlich umgegangen, hat mich nicht nur gelobt, sondern auch meine Defizite ganz klar angesprochen. Das war für meine Entwicklung sehr hilfreich.
Die SG Sonnenhof hat schon einige Jahre in der 3. Liga gespielt. Auf welches Stadion freust Du Dich in der kommenden Saison am meisten?
Molinari: Vor 30.000 Rostocker Fans aufzulaufen, wird bestimmt ein großartiges Erlebnis sein. Ich freue mich auch besonders auf die Partie am Aachener Tivoli sowie auf die Duelle mit dem VfB Stuttgart II und der TSG Hoffenheim II, weil ich dort einige Jungs gut kenne. Ganz besonders freue ich mich aber auf die Heimspiele vor unseren Fans.
Was war bislang Dein Saison-Highlight?
Molinari: Das 4:0 gegen den SGV Freiberg Fußball war grandios. Wir hatten mehr als 6.000 Zuschauer im Stadion und haben ein sagenhaftes Spiel abgeliefert. Das lässt sich nur noch durch den Aufstieg toppen.
Autor: Peter Haidinger/MSPW
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