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28.08.2025
Interview mit Maximilian Zaiser (Stuttgarter Kickers)
Stuttgarts Maximilian Zaiser: "3. Liga nicht aus den Augen verloren"
Drittliga-Meister mit der U 23 des FC Bayern München und mit den Würzburger Kickers nach dem Meistertitel in der Regionalliga Bayern nur knapp am Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse gescheitert: Maximilian Zaiser hat während seiner Karriere schon einiges erlebt. Jetzt will der 26-jahrige Mittelfeldspieler auch in der Regionalliga Südwest mit den Stuttgarter Kickers für Furore sorgen.
Vor dem 5. Spieltag spricht Zaiser im Interview der Woche über seine neue Aufgabe und das Traditionsduell am Freitag (ab 19 Uhr) gegen Kickers Offenbach.
Bei der zweiten Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 musstet Ihr die erste Saisonniederlage einstecken. Wie tief sitzt noch die Enttäuschung über das 0:3, Maximilian?
Maximilian Zaiser: Schon noch tief. Unsere Leistung hat sich auch nicht nach einem 0:3 angefühlt. In den ersten 20 bis 25 Minuten haben wir insgesamt dreimal Aluminium getroffen. Wenn davon nur eine Chance ins Tor geht, nimmt das Spiel direkt eine andere Richtung. Jetzt lässt sich das nicht mehr ändern. Daher wollen wir nun gegen Kickers Offenbach die entsprechende Reaktion liefern.
Wie bewertest Du insgesamt die Ausbeute von sieben Punkten aus vier Spielen?
Zaiser: Nach unserem 1:1 gegen den SV Eintracht-Trier konnten wir damit sehr zufrieden sein. Durch unsere Niederlage in Mainz hat sich das nicht geändert. Man darf nicht vergessen, dass wir im Sommer einen größeren Umbruch im Kader hatten. Von daher sind sieben Zähler erst einmal in Ordnung.
Mit 26 Jahren zählst Du unter den Neuzugängen bereits zu den älteren Spielern. Wie siehst du Deine Rolle im Team?
Zaiser: Auch im gesamten Kader zähle ich in der Tat schon zu den Älteren. Die Verantwortlichen erwarten von mir, dass ich meine gesammelten Erfahrungen einbringe. Das ist auch der Anspruch, den ich an mich selbst habe. Ich will den Jungs helfen, so gut es geht. Dazu gehört aktuell, den Blick nach der Niederlage in Mainz schnell wieder nach vorne zu richten. Das ist auch eine der wichtigsten Eigenschaften im Leistungssport.
Wie schon zuvor bei den Würzburger Kickers arbeitest Du erneut mit Trainer Marco Wildersinn zusammen. Was zeichnet Ihn aus?
Zaiser: Marco ist fachlich ein sehr guter Trainer. Er verfolgt eine eindeutige Spielidee und gibt uns Spielern auch klare Prinzipien mit auf den Weg. Diese Vorgaben bekommen wir mit der Zeit schon immer besser umgesetzt. Hinzu kommt noch, dass er menschlich super ist und einen guten Draht zu den Spielern hat. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Ich arbeite sehr gerne mit ihm zusammen.
Mit Würzburg hattest Du den Sprung in die 3. Liga erst in den Aufstiegsspielen verpasst. War das der schwierigste Moment Deiner Karriere?
Zaiser: Das kann man ganz sicher sagen. Wir hatten zwei Jahre auf dieses Ziel hingearbeitet. Dann erst im Elfmeterschießen gegen die U 23 von Hannover 96 zu scheitern, war unfassbar bitter. Das hatte auch erst einmal seine Spuren hinterlassen. Umso mehr freue ich mich über die neue Herausforderung bei den Stuttgarter Kickers.
Du wurdest viele Jahre im Nachwuchs des FC Bayern München ausgebildet. Was hast Du in dieser Zeit besonders gelernt?
Zaiser: Wie man es vom FC Bayern kennt, wurde schon im Nachwuchs großer Wert auf viel Ballbesitz gelegt. Ich sehe mich daher auch als spielstarken Sechser, der gerne den Ball am Fuß hat und das Spiel kontrolliert. Dabei vergesse ich aber auch natürlich nicht meine defensiven Aufgaben. Beim FC Bayern München war außerdem der Konkurrenzkampf schon früh sehr groß. Man musste sich - auch nach Rückschlägen - immer wieder durchsetzen, um in die nächste Altersstufe übernommen zu werden. Diese Widerstandsfähigkeit habe ich auch mitgenommen.
Mit dem heutigen Bundesliga-Trainer Sebastian Hoeneß wurdest Du 2019/2020 Drittliga-Meister. Wie schaust Du auf den Erfolg zurück?
Zaiser: Das war außergewöhnlich. Vor der Unterbrechung durch die Corona-Pandemie waren wir nur Siebter, ich hatte bis dahin auch nicht viel gespielt. In der Pause hatte ich aber sehr viel an mir gearbeitet, was sich dann auch in den Einsatzminuten bemerkbar gemacht hatte. Wir hatten eine unglaublich gute Mannschaft und ich werde mich immer gerne an den Titelgewinn erinnern. Die Wege der damaligen Mitspieler verfolgt man natürlich weiterhin. Mit Ron-Thorben Hoffmann von Eintracht Braunschweig und Lukas Mai vom FC Lugano, mit dem ich damals in einer WG war, ist der Kontakt auch noch sehr eng.
Du standest auch einige Male im Spieltagsaufgebot der Profis. Was war das für eine Erfahrung?
Zaiser: Ich hatte das Glück, dass ich nicht nur in der Bundesliga, sondern auch der UEFA Champions League mehrfach dabei sein durfte. Wegen der Corona-Pandemie waren damals leider keine Fans dabei, dennoch hatte mich vor allem das Stadion von Atlético Madrid beeindruckt. Wir jungen Spieler wurden wie vollwertige Mitglieder des Kaders behandelt. Vor allem Thomas Müller und Joshua Kimmich haben geholfen, dass wir zurechtkommen.
Was ist nun mit den Stuttgarter Kickers möglich?
Zaiser: Das wird man im Saisonverlauf sehen. Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Da werden gewisse Auf und Abs dazugehören. Für uns geht es in erster Linie darum, unsere Entwicklung voranzutreiben. Wir haben schon jetzt angedeutet, dass wir nur sehr schwer zu schlagen sind. An dieses Maximum gilt es, in möglichst jedem Spiel heranzukommen.
Was für ein Spiel erwartest Du gegen Kickers Offenbach?
Zaiser: Ich rechne mit einem Duell auf Augenhöhe - wie bei so vielen Partien in der Regionalliga Südwest. Mit der Ausbeute von sechs Punkten wird der OFC nicht zufrieden sein, das Team verfügt über viel Qualität. Genau das macht Offenbach zu einem sehr gefährlichen Gegner.
Worauf wird es für Euch ankommen?
Zaiser: Wir müssen wieder eine hohe Intensität an den Tag legen, um den Gegner immer wieder zu stressen. Dazu gehören auch eine gute Kompaktheit in der Arbeit gegen den Ball und gute fußballerische Lösungen. Wenn wir dabei auch wieder an der Effizienz im letzten Drittel zulegen können, bin ich guter Dinge.
Autor: Dominik Dittmar/MSPW
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